Ein Korrekturfaktor ist eine Schätzung, mit der der Leistungswert eines Motors für unterschiedliche atmosphärische Bedingungen korrigiert wird. Was bedeutet das für die Messung eines Motors auf dem Leistungsprüfstand? Korrekturfaktoren sind notwendig, weil derselbe Motor unter verschiedenen atmosphärischen Bedingungen mehr oder weniger Leistung abgeben kann. Sehen wir uns einige Beispiele an:
Die Luftdichte im Motor
Das Luftvolumen nimmt mit steigender Temperatur zu (bei gleichbleibendem Druck). Nach dem idealen Gasgesetz wird die Luft dabei weniger dicht. Folglich enthält die Luft bei hohen Temperaturen im gleichen Volumen weniger Sauerstoffmoleküle als bei niedrigen Temperaturen, und die Sauerstoffmenge beeinflusst die Verbrennung erheblich.
Ein Verbrennungsmotor ist eine Maschine, die mit Luft und Kraftstoff versorgt wird. Aus der Luft entnimmt er den Sauerstoff und erzeugt damit durch Oxidation, also Verbrennung, des Kraftstoffs Wärme.
Leistung und Drehmoment eines Motors hängen im Wesentlichen davon ab, wie viel Kraftstoff pro Arbeitsspiel verbrannt werden kann und mit welcher Drehzahl der Motor läuft. Wie viel Sauerstoff in einen Zylinder gelangt, hängt von der Dichte der angesaugten Luft ab.
Auch der Luftdruck beeinflusst den Motor
Dasselbe gilt für den Luftdruck: Bei niedrigerem Druck wird die Luft weniger dicht, und Drehmoment und Leistung des Motors sinken. Die Luftfeuchte wirkt sich direkt auf die Motorleistung aus, weil der in der Luft enthaltene Wasserdampf Volumen einnimmt. Dieses Volumen fehlt letztlich der reinen Luft. Die Wasserteilchen belegen also Raum, der mehr Sauerstoff enthalten könnte.
Motoren leisten mit kalter, trockener Luft (und hohem Luftdruck) mehr als bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchte.
Normen
Die Leistung eines Verbrennungsmotors sollte unabhängig vom Messort ungefähr gleich sein, doch die Umgebungsbedingungen zum Zeitpunkt der Messung haben großen Einfluss: Luftdruck (und Höhe über dem Meeresspiegel), Luftfeuchte und Temperatur.
Um dieses Problem zu lösen, wurden Standard-Referenzbedingungen festgelegt. Sie definieren Druck, Temperatur und Luftfeuchte, auf die alle Motormessungen bezogen werden, damit die Messungen reproduzierbar und mit anderen ebenfalls korrigierten Messungen vergleichbar sind. So lassen sich Werte vergleichen, die unter sehr unterschiedlichen klimatischen und geografischen Bedingungen ermittelt wurden. Diese Standards sind in verschiedenen internationalen Normen festgelegt, darunter vor allem SAE, DIN und EWG.
Wie berechnet das Accudyno-System den Korrekturfaktor?
Das AccuDyno-System nutzt diese Normen zur Korrektur von Drehmoment und Leistung bei Motormessungen. Nach Eingabe der Umgebungsbedingungen (Temperatur, Luftfeuchte und Luftdruck) über die Tastatur berechnet das System sofort den Korrekturfaktor. Wenn Sie zusätzlich unsere Wetterstation besitzen, werden diese Werte automatisch mit den tatsächlichen Bedingungen im Prüfraum übernommen.